Smalltalk: Friedjof Feye (Feye-photography.com)

Friedjof Feye ist einer der passioniertesten Skateboard Fotografen im norddeutschen Raum und verkauft seine Bilder schon seit längerem weit über die Landesgrenzen hinaus. Skateboard Fotografie kann ganz schön undankbar sein. Nicht aber wenn man selbst den Spot skatet, welcher im Verlauf der Session abgelichtet wird. Vielleicht ist das einer der Gründe, wieso der Wahl-Hannoveraner ein ziemlich geschultes Auge zeigt. Friedjof springt selbst gerne an die Wand bevor er Andere in seinen meist analogen Rahmen setzt. Wir haben uns über seine neue Seite, Instagram und Inspiration unterhalten. Das Foto oben zeigt Friedjof beim FS Wallride vor einigen Wochen in San Francisco, fotografiert von Alex Denkiewicz.

Du bist ja schon etwas länger dabei. Warum erst jetzt der Schritt zur eigenen Website?

Ich habe lange mit mir gerungen. Es lag zum einen daran, dass es mir bei meinen eigenen Bildern an Vielfalt und Qualität gemangelt hat, zum anderen habe ich es nicht als notwendig erachtet. Diese Zweifel habe ich mittlerweile überwiegend ablegen können, weil ich mich einerseits fotografisch weiterentwickeln konnte, andererseits habe ich die Internetseite als Gelegenheit gesehen, meine eigenen Vorstellungen hinsichtlich Layout, Bilderauswahl, etc. umzusetzen.

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Tjark Thielker, Wallie Tailgrab Berlin.

Du selbst hast keinen Instagram Account. Wie stehst du generell zu medialem Output über solche Kanäle?

Im Allgemeinen habe ich eine zwiegespaltene Meinung zum Thema „social network“. Zur Selbstvermarktung für Sportler, Künstler u.s.w. wirkt es auf den ersten Blick genial, wobei mir der Nutzen für private Unternehmungen, familiäre Angelegenheiten o.ä. nie ersichtlich wurde. Mich stört vor allem, dass der Nutzer sich daran gewöhnt, jederzeit gratis auf Bilder -und damit dem Eigentum anderer- zugreifen zu können. Instagram-Fotos erhalten somit nur eine verhältnismäßig geringe Wertschätzung, weil sie sich so gesehen selbst uninteressant machen. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel und wer sich im Internet nach der Devise „Klasse statt Masse“ verhält, wird auch als Fotograf oder skater die entsprechende Anerkennung bekommen.

Verfolgst du es denn trotzdem?

Ich sehe nur äußerst selten Beiträge via Instagram. Meistens über das smartphone eines Freundes. Ich kann durchaus verstehen, dass es interessant sein mag, aber wie bereits oben erwähnt, ist es nicht wirklich meine Welt.

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Danny Sommerfeld und Cracker in Bochum.

Was wird man auf deiner Seite finden können und was für Projekte stehen in der Zukunft an?

Zunächst werde ich den Blog meiner Seite für Neuigkeiten nutzen. Darüber hinaus werde ich ab und zu Veränderungen in den einzelnen Rubriken vornehmen. Generell werden auf meiner Seite nur Bilder zu sehen sein, die bereits gedruckt worden sind.
In der nahen Zukunft werde ich mich mit einer Reihe von Projekten beschäftigen, die überwiegend hohen Bezug zu Skateboarding haben. Auch aus San Francisco, wo ich diesen Monat war, wird man noch etwas zu sehen bekommen.

Du fotografierst selten Leute, die du überhaupt nicht kennst. Wie kommt das?

Fotografie ist für mich ja eher Freizeit als Beruf und in meiner Freizeit verbringe ich eben viel Zeit mit skatenden Freunden. Meistens sind es also Freunde, die ich fotografiere. Wenn noch andere Leute dabei sind und vielleicht sogar ein Bild entsteht, finde ich das natürlich super. In der Regel sind die klassischen „Skater-Fotograf-Verabredungen“ aber eher nicht mein Fall. Es widerstrebt meiner persönlichen Auffassung von skaten.

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Nils Brauer, BS Bluntslide Valencia.

Zu welchen Leuten schaust du auf? Skateboard Fotografie und generelle Inspiration.

Generell beeindrucken mich Fotografen, die sich leidenschaftlich und diszipliniert mit dem Handwerk beschäftigen, denen kein Weg zu weit ist und kein Aufwand zu groß. Es sind Fotografen, die nicht immer die erstbeste Perspektive am offensichtlichsten Ort wählen und auch mal über ihren eigenen Schatten springen, um etwas Neues ausprobieren. Was Skateboarding betrifft, haben mich anfangs stark die Bilder von Zander Taketomo und Hendrik Herzmann inspiriert. Heute sind noch viele andere Inspirationsquellen, auch abseits der Skatefotografie, hinzugekommen.

Noch viel mehr Fotos findest du auf Feye-Photography.com.

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